Das Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

✎ HEIKE FRIEDRICH / 📅 JUNI 14, 2021 /
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Das Reizdarmsyndrom gehört in den Industrieländern zu den häufigsten Verdauungsstörungen. Davon sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Es leiden rund 14 von 100 Frauen und 9 von 100 Männern an der Erkrankung. In klinischen Studien zeigte sich , dass ein großer Teil der Betroffenen sowohl unter Ober- als auch Unterbauchbeschwerden leidet.

Die Diagnose des Reizdarmsyndroms stellt man durch folgende medizinische Kriterien:

  • länger als drei Monate anhaltende Beschwerden wie z.B. Bauchschmerzen oder Blähungen, die auf den Darm zurückzuführen sind. In der Regel mit einem veränderten Stuhlgang einhergehen, auch Durchfall und Verstopfung im Wechsel.
  • die Beschwerden dann zu einer spürbaren Verschlechterung der Lebensqualität führen
  • es keine Hinweise darauf gibt, dass die Beschwerden durch eine andere Erkrankung als Ursache hervorgerufen werden.

Die Symptomatik des Reizdarmsyndroms: (es müssen nicht alle auftreten)

  • Krämpfe im Unterleib
  • Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang
  • Bauchschmerzen mit Erleiterung nach dem Stuhlgang
  • Völlegefühl
  • Unwohlsein
  • Blähungen, auch schmerzhaft
  • Druckgefühl im Unterbauch
  • eventuell schleimiger Ausfluss

Es gibt noch keine gesicherten Erkenntnisse über den Hintergrund der Erkrankung. Die Ärzte vermuten als Hauptursache, dass bei den Betroffenen die Darmwand empfindicher auf Dehnung reagiert als bei gesunden Menschen. Das zentrale Nervensystem (ZNS) und das Darmnervensystem stehen über Botenstoffe, die von Nervenfasern freigesetzt werden, in engem Austausch: über die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Experten mutmaßen, dass das Darmnervensystem, auch Bauchhirn genannt, bei Reizdarmpatienten überaktiv ist. Das kann einerseits die Beschwerden im Bauch hervorrufen.

Andererseits wird über das überaktive Bauchhirn vermutlich die Psyche beeinflusst – umgekehrt wirkt sich die Stimmung auch auf den Magen-Darm-Trakt aus. Studien zeigen: Reizdarm geht oft mit einer Depression, chronischem Stress, seelischen Traumata und Angststörungen einher. Die mit dem Reizdarmsyndrom verbundenen Einschränkungen der Lebensqualität sind unterschiedlich ausgeprägt: Etwa die Hälfte der Betroffenen fühlt sich durch die Beschwerden nicht eingeschränkt und sucht keine medizinische Hilfe. Das Ausmaß der Beeinträchtigungen im Alltag (z. B. Familie, Beruf, Sexualität, Freizeit) reicht bei der anderen Hälfte von gering bis erheblich. Menschen mit Reizdarmsyndrom weisen häufig eine veränderte Darmflora auf. Teilweise sind Bakterienstämme vermindert oder bestimmte Bakterien überwuchern die Darmflora, sodass die Symbiose gestört ist. Dies kann durch Antibiotika, Magen-Darm-Infektionen oder chronischem Stress hervorgerufen werden.

Die Behandlung in der Naturheilkunde
Der Fokus sollte in der mikrobiologischen und mykotischen Diagnostik liegen, sowie der Ausschluss von Nahrungmittelunverträglichkeiten. Danach eventuell eine Symbioselenkung, je nach Laborbefund.
Desweiteren bieten sich Ausleitungsverfahren wie Schröpfen an. Unterstützende Behandlungen mit Ohrakupunktur, Homöopathie, Reflexzonentherapie am Fuß je nach der individuellen Symptomatik des Patienten. Entspannungsverfahren wie Yoga, autogenes Training oder Hypnose können den zusätzlich eingesetzt werden, sollten sich die Beschwerden durch Ängste verstärken. Außerdem kann durch eine Ernährungsumstellung, vorallem wenn Unverträglichkeiten diagnostiziert wurden, die Beschwerden wesentlich lindern.



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